Gedenken an die Opfer des Holocaust in Marzahn-Hellersdorf

Der 27.Januar ist in vielen Ländern der offizielle Gedenktag der Holocaust-Opfer. So auch hier in Deutschland.

In Berlin Marzahn-Hellersdorf gibt es gleich mehrere Anlaufstellen, an denen ein stilles Gedenken möglich ist. Drei davon habe ich heute aufgesucht, um sie euch näher vorstellen zu können.

Meine erste Anlaufstelle waren die Gedenktafeln für die Opfer der Euthanasie. Diese sind in Berlin Biesdorf zu finden, im Brehbacher Weg. Wer einen Spaziergang hinter die Krankenhauskirche am Wuhlgarten macht, kann die drei Tafeln nicht verfehlen.

 

Gedenktafeln auf dem Krankenhausgelände Wuhlegarten
Gedenktafeln Euthanasie am Wuhlgarten

Das Euthanasieprogramm sorgte im Jahr 1933 für das dunkelste Kapitel in der Geschichte dieses Krankenhauses. Die Einrichtung für psychisch und physisch erkrankte Menschen musste im Zuge der Machtübernahme der Faschisten, etwa 6000 ihrer Patienten an die Euthanasiezentrale melden. Dort wurde die Ermordung besagter erkrankter Menschen geplant und umgesetzt.
Das Denkmal befindet sich naheliegend der alten Bahngleise, welche für den Transport in die Tötungsstationen genutzt wurden.

 

Rosen an Gedenktafel Euthanasie Berlin Biesdorf
Rosen in Gedenken an die Euthanasie-Opfer


Als Zweites besuchte ich die Heinrich-Grüber-Gedenktafel in Berlin Kaulsdorf. Diese ist direkt an der Kirche in der Dorfstraße zu finden.

Dorfkirche in Alt-Kaulsdorf
Kaulsdorfer Dorfkirche in der einst
Heinrich Grüber predigte


Heinrich Grüber (1891 - 1975) war evangelischer Theologe und Pazifist. Er predigte von 1934 bis 1945 in der Kaulsdorfer Kirche, wo heute die Gedenktafel zu finden ist. Im Jahr 1938 gründete der Pfarrer das "Büro Grüber". Ein Unternehmen, welches jüdischen Bürgern zur Flucht aus dem NS-Staat verhalf. Eine entsprechende Gedenktafel dazu gibt es in Berlin Lichterfelde zu sehen.

 

Abgestellte Kerzen an Gedenktafel zur Erinnerung an Heinrich Grüber
Gedenktafel "Heinrich Grüber"
mit Kerzen



 Zu guter Letzt geriet ich heute auf ein Friedhof in Berlin Mahlsdorf. Ich befand mich auf der Suche nach den Stolpersteinen der Familie Guthmann in der Lemkestraße 156. Stolpersteine fand ich keine, dafür aber eine Gedenktafel, direkt am Eingang des Mahlsdorfer Friedhofs. Früher war dies der Standort des Wohnhauses der Familie Guthmann.

Gedenktafel auf dem Mahlsdorfer Friedhof für Fam. Guthmann
Gedenktafel für Fam. Guthmann
auf dem Friedhof Mahlsdorf

Diese Tafel wurde in Gedenken an die Familie Guthmann aufgestellt, welche fast komplett von den Nationalsozialisten ausgelöscht wurde. Es war eine siebenköpfige Familie, von der lediglich Leopold Guthmann überlebte. Er konnte auf einem Todesmarsch von Soldaten der US-Armee befreit werden. Das Wohnhaus soll im Jahr 1943 bei einem Luftangriff zerstört worden sein. Das verwilderte Grundstück der Guthmanns wurde 1967 gegen Entschädigung enteignet und somit zur Erweiterung des Friedhofsgeländes. Im Jahr 1968 fand in dem Bereich die erste Beerdigung statt.

 

Foto der Fam. Guthmann m.
Rosen am Holocaust-Gedenktag

In Marzahn-Hellersdorf gibt es insgesamt acht Gedenkstationen. Jede Einzelne davon bietet seine ganz eigene Geschichte mit einer traurigen Gemeinsamkeit - die Ermordung zahlreicher Menschen.

 

Blogbeitrag v. Nancy Meissner
Fotos v. Nancy Meissner

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